Publikationen

Liebold, R., Pfaller, L. (2024) Strukturierte Individualisierung: Über das zeitdiagnostische Potenzial der Freundschaft. In: cultura & psyché. Journal of Cultural Psychology. 5, 1 (2024). https://doi.org/10.1007/s43638-024-00091-9

Als Teil der Selbstreflexion moderner Gesellschaften analysiert die soziologische Zeitdiagnose gesellschaftliche Wandlungsprozesse und deren zugrunde liegenden Strukturdynamiken und nimmt dabei je konkrete empirische Phänomene in den Blick, aus denen sie ihre Diagnose ableitet und veranschaulicht. Der vorliegende Beitrag stellt mit dem Phänomen der Freundschaft einen solchen Gegenstandsbereich vor: Am Freundschaftsdiskurs lassen sich die Anforderungen der modernen Gesellschaft an das Individuum ablesen und vice versa werden auch gesellschaftliche Entwicklungen und Ereignisse in Freundschaftsbeziehungen verhandelt.

Um das besondere zeitdiagnostische Potenzial der Freundschaft darzulegen, stellt der Artikel zunächst zentrale Merkmale der Freundschaft als Strukturtypus persönlicher Beziehungen vor. Im Anschluss führt er zwei Stränge soziologischer Modernisierungstheorie zusammen, um das spezifische zeitdiagnostische Potenzial der Freundschaft aufzuzeigen: Differenzierung und Individualisierung. Auf der einen Seite übernimmt Freundschaft in funktional ausdifferenzierten Gesellschaften eine sozial (re)integrierende und damit auf gesellschaftlicher Ebene strukturerhaltende Funktion. Auf der anderen Seite wirkt Freundschaft hochgradig individualisierend und fungiert als Raum der Selbstkonstitution moderner Subjekte. Anhand von Freundschaftsdiskursen lässt sich damit nicht nur das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, sowie der mit der Modernisierung verbundenen Prozesse von De- und Reintegration von Individuen rekonstruieren, sondern auch moderne Subjektkonstitution und Subjektverhältnisse. Schließlich sind es gerade die Ambivalenzen dieser „strukturierten Individualisierung“, die der Soziologie in der Freundschaftsforschung ein zeitdiagnostisches Instrument zur Verfügung stellt.

 

Maria Rentetzi (Ed.): The Gender of Things. London: Routledge 2023.

The Gender of Things is a highly interdisciplinary book that explores the power relationship between gender and the material culture of technoscience, addressing a seemingly straightforward question: How does a thing—such as a spacesuit, a humanoid robot, or a surgical instrument—become a gendered object?

These 14 short chapters cover an original selection of “things”: from cosmeceuticals to early motor scooters, from Scrum boards to border walls, and from robots to the human body and its parts. By historically examining how significance has been attached to specific things and how things were designed and produced, the chapters reveal how the concept of gender has been embedded and finds expression in the material world of science and technology. With insights from science and technology studies (STS), anthropology, the history of ergonomics, museum studies, the history of science, technology, and medicine but also the philosophy and sociology of technology and feminist new materialism, this collection reminds us that our material creations not only bear knowledge about our world.

The Gender of Things will be of key interest to undergraduate and graduate students and research scholars of STS as well as gender studies.

(Routledge)

 

Victoria Gutsche, Annette Keilhauer, Renate Liebold (Hrsg.): Body Politics. Intersektionale und interdisziplinäre Perspektiven auf den Körper. FAU University Press: Erlangen 2023.

Über die bloße körperliche Repräsentation des Sozialen hinaus kann der Körper als ein konstitutives Medium gesellschaftlicher Ordnung aufgefasst werden, das Handlungspotenzial besitzt und auf Diskurse rückwirkt. Bislang beschäftigte sich die Forschung allerdings weniger mit der intersektionalen Verschränkung von Formen der Differenz bei der Konstitution von Körpern. Die interdisziplinären Beiträge widmen sich dem Körper aus zwei sich bedingenden und überlagernden Perspektiven: Zum einen betrachten sie Körper in gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen, zum anderen richtet sich der Blick auf die Akteure selbst und deren Körper. Der intersektionale Zugriff auf den Körper und die Beobachtung der Verflechtung verschiedener Differenzkategorien zeigt, wie dynamisch sich intersektionale Körperkonfigurationen verändern können und wie sie in verschiedenen kulturellen Settings und historischen Kontexten ganz unterschiedliche Wirkungen entfalten.

Hier finden Sie die open access-Ausgabe.

 

 

 

Viola Thimm: Narrating Intersectional Perspectives Across Social Scales Voicing Valerie. London: Routledge 2022.


This book presents a guide to researching intersectionality. Clear and jargon-free, this book introduces a narrative-driven, scalar, and polyvocal approach to the antiracist–feminist framework. Thimm shows students how intersectionality can be used as a methodology, especially in the analysis of multiple ‘identities’.

This text considers complex social inequalities as parallel to one another – not only gender, race, class, and age, but also ethnicity, sibling seniority, religion, or educational attainment. Readers will learn how to investigate, in a methodologically structured way, the interwoven realities of life for different people and population groups simultaneously permeated by marginalization and dominance.

With multiple-social-scale analysis and deep discussion of how to conduct data collection, evaluation, and write-up, this book will be of interest to students, early-career scholars, and faculties teaching undergraduate and graduate courses in women’s, gender, queer, and ethnic studies. Courses in anthropology, sociology, political science and, beyond that, engaged research on how people are marginalized or privileged given their axes of identification, will also find the book an invaluable resource.

 

 

Christina Strunck, Lukas Maier (Hrsg.): Rank Matters: New Research on Female Rulers in the Early Modern Era from an Intersectional Perspective. FAU University Press: Erlangen 2022.

Dieser Band eröffnet einen neuen, intersektionalen Blick auf die Kunstpatronage und künstlerische Repräsentation von Herrscherinnen der Frühen Neuzeit. Unter dem Begriff „Herrscherinnen“ werden dabei sowohl Herrscherinnen aus eigenem Recht als auch Frauen, die als Gemahlinnen, Regentinnen oder Witwen ihren Einfluss bei Hofe geltend machten, verstanden. Untersucht wird die Auftraggeberschaft von Herrscherinnen speziell im Hinblick auf die intersektionale Verschränkung von Differenzkategorien sowie deren Einfluss auf die Handlungsspielräume der Akteurinnen. Somit liegt der Schwerpunkt auf den vielfältigen Faktoren, die neben dem Faktor Geschlecht die Präsentation und Repräsentation von Frauen an frühneuzeitlichen Höfen konditionierten. Die versammelten Fallstudien leuchten den Zeitraum zwischen dem 15. und späten 18. Jahrhundert aus und ermöglichen einen Vergleich der Situation in den verschiedenen, intensiv miteinander verflochtenen Staaten Europas.

https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:29-opus4-214487

 

 

Victoria Gutsche, Ronja Holzinger, Larissa Pfaller, Melissa Sarikaya (Hrsg.): Distinktion, Ausgrenzung und Mobilität – Interdisziplinäre Perspektiven auf soziale Ungleichheit. FAU University Press: Erlangen 2022.

Soziale Ungleichheit ist allgegenwärtig und betrifft alle Lebensbereiche, sei es in ökonomischer, kultureller oder geschlechtsspezifischer Hinsicht. Die Beiträge des Bandes widmen sich diesem ubiquitären Phänomen und untersuchen ganz unterschiedliche Formen und Dimensionen sozialer Ungleichheit, gehen ihren Ursachen nach und fragen nach Lösungsansätzen. Auf diese Weise wird das Phänomen nicht nur in seiner Komplexität sichtbar, sondern es wird zugleich ein Panorama unterschiedlicher disziplinärer Herangehensweisen eröffnet, stammen die Beiträge doch aus der Geschichts-, Literatur- und Kulturwissenschaft, Soziologie, Psychologie, Geographie, Medizinsoziologie und Rechtswissenschaft.

URN: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:29-opus4-199322

 

Hanna Moritzen (2022): Von der Abwehr zum Austausch – Entstehung und Förderung von Gender-Reflexivität bei angehenden Fachkräften der Sozialen Arbeit. Konsequenzen aus einer Analyse an einer kirchlichen Hochschule. FAU University Press: Erlangen.

Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, wie angehende Fachkräfte der Sozialen Arbeit im Kontext einer kirchlichen Hochschule Gender-Reflexivität als Haltung entwickeln. Was genau bringt sie dazu, in Bezug auf Gender-Themen, die Facetten sozialer und kultureller Interpretationen von Geschlechtlichkeit kritisch zu reflektieren, und scheinbar Gegebenes in Frage zu stellen? Was kann christlich orientierte Hochschullehre dazu beitragen, dies zu ermöglichen? Dieser Beitrag beleuchtet die erforderlichen Kompetenzen für die spätere Tätigkeit in der Sozialen Arbeit, denen sich angehende Fachkräfte im Studium annähern. So wird aufgezeigt, dass Reflexivität als Fähigkeit, die eigene professionelle Tätigkeit zu hinterfragen, im Allgemeinen und Gender-Reflexivität im Speziellen eine grundlegende Kompetenz für diese Profession darstellen. Nach der Klärung des Begriffs Gender-Reflexivität dieses Thema auf das Lehr-Lernsetting im Kontext einer kirchlichen Hochschule mit seinen Besonderheiten und Möglichkeiten bezogen. Nach dieser theoretischen Verortung folgt die Darstellung einer Studie, bei der Studierende nach ihrem Lernweg hin zur Gender-Reflexivität befragt werden. Dies geschieht in leitfadengestützten, teilstrukturieren Einzelinterviews sowie einer Gruppendiskussion.

https://opus4.kobv.de/opus4-fau/frontdoor/index/index/docId/18502

Carmen Dexl and Silvia Gerlsbeck, eds. (2022): The Male Body in Representation: Returning to Matter.

This international and multidisciplinary volume focuses on the male body and constructions of gender in a variety of cultural productions and formats. Locating the subject matter in relevant theoretical fields, it looks at representations of male bodies in various contexts through paranoid and reparative lenses. Organized into four major sections, the contributions assembled in this book feature engaging readings of ‘non/conforming bodies’, ‘fashionable bodies’, ‘passing bodies’, and ‘pioneering bodies’ that to different degrees foreground their critical and creative potentials. In its full scope, the book acknowledges the plurality of gendered experiences and the diversity of male bodies. The Male Body in Representation: Returning to Matter adds to Cultural Studies scholarship interested in the body and gender in general and contributes to the fields of Masculinity and Body Studies in particular.

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-030-88604-2

 

 

 

 

Peter Bubmann, Homosexualität im Religionsunterricht, in: Wolfram Mirbach/Bettina Hohenberger/Peter Bubmann/Anita Appel, Liebe – der Himmel auf Erden? Materialien und Impulse für den Religionsunterricht in der Jahrgangsstufe 9, Arbeitshilfe für den Religionsunterricht am Gymnasium, 159/5 (2020), 25-44.

Der erste Teil dieser Arbeitshilfe bildet ein grundlegendes Unterrichtskonzept, das in fünf Lernwegskizzen die Kompetenzerwartungen und -inhalte des LehrplansPLUS umsetzt. Im zweiten Teil wird die Thematik der homosexuellen Liebe für die unterrichtliche Praxis erschlossen. Im abschließenden dritten Teil können Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Zugang zum Thema unter Mitwirkung älterer Mitschülerinnen und Mitschüler aus höheren Jahrgangsstufen finden.

 

 

 

Artus, Ingrid/Bennewitz, Nadja/Henninger, Annette/Holland, Judith/Kerber-Clasen Stefan (Hrsg.): Arbeitskonflikte sind Geschlechterkämpfe. Westfälisches Dampfboot: Münster 2020.

Erwerbsarbeit ist aktuell wie historisch von Macht- und Herrschaftsverhältnissen geprägt und daher häufig konflikthaft. Arbeitskonflikte sind dabei stets auch Geschlechterkonflikte.

Frauen waren an Arbeitskämpfen häufig aktiv beteiligt, wie der Überblick über Frauenstreiks seit Beginn der Arbeiterbewegung zeigt. Sie kämpften gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung wie auch gegen die Missachtung ihrer Anliegen in männerdominierten Organisationen und entwickelten innovative politische wie juristische Strategien, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. Interessenaushandlungen in feminisierten Dienstleistungsbereichen haben spezielle Logiken, aber auch in männerdominierten Tätigkeitsfeldern haben Arbeitskonflikte eine Geschlechterdimension. Anhand historischer und aktueller Beispiele werden ausgewählte Konflikte aus Geschlechterperspektive analysiert. Zielgruppe des Buches sind Forschende wie Praktiker*innen, die ihre Erfahrungen mit den Geschlechterdimensionen von Arbeitskonflikten reflektieren oder sich über die Geschichte von Frauenstreiks informieren wollen.

 

Jochen Hoffmann/ Johanna Bierlein: Das internationale Privatrecht des Diskriminierungsschutzes im Zivilrechtsverkehr. In: Zeitschrift für Europäisches Privatrecht (ZEuP) 1/2020, S. 47-73

Trotz der Harmonisierung des zivilrechtlichen Diskriminierungsschutzes durch mehrere EU-Richtlinien unterscheiden sich die Umsetzungen in vielen Mitgliedstaaten erheblich voneinander. Der Aufsatz befasst sich mit der Frage, wie der Diskriminierungsschutz zu qualifizieren ist und wie sich infolge der kollisionsrechtlichen Anknüpfung ergebenden Schutzlücken in rechtlicher Weise begegnet werden kann.

Der Volltext des Aufsatzes kann hier abgerufen werden.

 

Doris Feldmann / Annette Keilhauer / Renate Liebold (Hg.): Zuordnungen in Bewegung: Geschlecht und sexuelle Orientierung quer durch die Disziplinen. Erlangen: FAU University Press 2020.

Durch aktuelle gesellschaftspolitische und rechtliche Debatten um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ist einiges in Bewegung geraten: Tradierte (Zu-)Ordnungen von Geschlecht sind durchlässiger geworden, strikte Regulierungen von Sexualität(en) sind aufgebrochen. Soziale Wirklichkeiten scheinen nun pluralisiert und neue Chancen für selbstbestimmte Lebens­weisen eröffnet. Zugleich haben institutionalisierte Vorstellungen von binären Ge­schlech­terdifferenzen und von Heterosexualität Spuren hinterlassen, die als ‚Einschreibungen’ der sozialen Verhältnisse weiter existieren. Der vorliegende Band ist das Ergebnis interdisziplinärer Reflexionen in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Die Beiträge geben einen Einblick in unterschiedliche disziplinäre Perspektiven auf Gender- und Sexualitäts(zu)ordnungen. Sie spannen die Breite der For­schungsfelder mit ihrem jeweiligen Bezug zu Alltagspraktiken auf; vor dem Hintergrund der Fachkulturen und wissenschaftlichen Entwicklungen beleuchten sie begriffliche Konzepte, Fragestellungen sowie Arbeitsweisen und reflektieren vor allem auch die Gleichzeitigkeit von Kontinuität, Wandel und neuen Normierungsprozessen.Der vorliegende Band ist das Ergebnis interdisziplinärer Reflexionen in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Die Beiträge geben einen Einblick in unterschiedliche disziplinäre Perspektiven auf Gender- und Sexualitäts(zu)ordnungen. Sie spannen die Breite der For­schungsfelder mit ihrem jeweiligen Bezug zu Alltagspraktiken auf; vor dem Hintergrund der Fachkulturen und wissenschaftlichen Entwicklungen beleuchten sie begriffliche Konzepte, Fragestellungen sowie Arbeitsweisen und reflektieren vor allem auch die Gleichzeitigkeit von Kontinuität, Wandel und neuen Normierungsprozessen.

Hier finden Sie die open access-Publikation.

 

Böhrer, Annerose/Liebold, Renate/Röbenack, Silke (2019): Nacktheit im Kontext professioneller Dienst­leistung am Körper – Erkundungen zur Arbeit an Haut und Haar. In: Allolio-Näcke, L., Oorschot, J., van & Verstegen, U. (Hrsg.), Nacktheit – transdisziplinäre anthropologische Perspektiven. Münster: LIT Verlag, 225-239.

Link zur Verlagsseite

Liebold, Renate/Röbenack, Silke/Steckdaub-Muller, Irmgard (2019): Professionalität und ihre Verteidigung im Feld körpernaher Dienstleistungen. In: Burzan, N. (Hrsg.), Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen. Verhandlungen des 39. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Göttingen 2018. DGS-Verhandlungsband, Band 39.

Zugriff auf den Volltext: http://publikationen.soziologie.de/index.php/kongressband_2018/article/view/1094

Moritz Florin / Victoria Gutsche / Natalie Krentz (Hg.): Diversität historisch. Repräsentationen und Praktiken gesellschaftlicher Differenzierung im Wandel, Berlin: transcript 2018.

Titelbild der Publikation

In dem Begriff »Diversität« spiegeln sich einige der zentralen gesellschaftspolitischen Konflikte unserer Zeit wider. Verhandelt werden in diesem Kontext etwa Fragen von Integration, Chancengleichheit und Multikulturalismus. Historische Perspektiven spielen in solchen Debatten bislang jedoch kaum eine Rolle. Es entsteht so der Eindruck, Konflikte um Diversität seien ein exklusives Merkmal einer zunehmend vielfältigen Moderne.

Die Beiträge dieses interdisziplinären Bandes widmen sich daher dezidiert den historischen Repräsentationen und Praktiken sozialer Differenzierung und bieten vielfältige Anregungen, die Debatten über Konzepte wie Intersektionalität, Differenz und Diversität um historische Herangehensweisen zu ergänzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ronja Heß/Imke Leicht: Sexuelle Selbstbestimmung in der Kommune. Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen für die Städte Nürnberg und Erlangen, FAU Studien zu Menschenrechten, Band 1. Erlangen: FAU University Press 2017.

Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität (SOGI) sind mittlerweile rechtlich anerkannte Dimensionen im Vielfaltskanon und geschützt vor Diskriminierung. Gesellschaftlich stößt die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt hingegen auf ihre Grenzen. Dies kann zu homo- und transphober Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Davon betroffen sind vor allem Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter*Personen (LSBTI*).
Vor diesem Hintergrund haben es sich die Städte Nürnberg und Erlangen zur Aufgabe gemacht, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in ihrer Antidiskriminierungsarbeit stärker zu berücksichtigen und als Bestandteil der kommunalen Politik der Vielfalt nach außen zu tragen. In der Studie werden die Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung zu der Frage präsentiert, inwiefern die Vielfalt von SOGI in ausgewählten kommunalen Aufgabenbereichen berücksichtigt wird. Daran anknüpfend werden Handlungsempfehlungen formuliert, wie SOGI sukzessive als Querschnittsthema in relevanten Bereichen verankert werden kann. Hierfür nimmt die Studie das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung zum Ausgangspunkt, fokussiert die Bedeutung und Funktion der Kommune und stellt SOGI in einen intersektionalen Kontext.

Zugriff auf den Volltext über OPUS: http://opus4.kobv.de/opus4-fau/frontdoor/index/index/docId/8497 bzw. https://opus4.kobv.de/opus4-fau/files/8497/SOGI+Studie_OPUS.pdf (pdf)

 

Monika Gänßbauer/ Terry Siu-Han Yip (Hg.): Die reisende Familie. Hongkonger Autorinnen erzählen. Bochum, Freiburg: projekt verlag 2017.

Im Jahr 2017 jährt sich die Rückkehr Hongkongs an Festlandchina zum 20. Mal. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um Literatur aus Hongkong näher in den Blick zu nehmen. Diese Publikation versammelt Erzählungen der folgenden Hongkonger Gegenwartsautorinnen: XI Xi, HO WU Yin Ching, CHUNG Hiu Yeung, Dorothy TSE und HON Lai-chu. Die Texte handeln vom Leben in der schillernden Megacity. Sie thematisieren Emigration und Einsamkeit, Beziehungen zwischen Mann und Frau sowie Fragen von Identität. Die fünf Erzählungen sind begleitet von einer Einführung, die Literatur in Hongkong kontextualisiert und einen Überblick über wichtige literarische und gesellschaftliche Entwicklungen in Hongkong gibt.

 

 

 

 

 

 

Annette Keilhauer / Andrea Pagni (Hgg.): Refracciones / Refractions: Traducción y género en las literaturas románicas / Traduction et genre dans les littératures romanes (Ergebnisse einer im Februar 2015 in Erlangen organisierten Tagung.) Wien: LIT-Verlag, 2017.

Der Band unternimmt eine Neureflexion über den Einfluss von Genderaspekten auf literarische Übersetzungen in den romanischen Literaturen. In einem interdisziplinär breiten Ansatz werden unter dem übergreifenden Konzept der Refraktion kulturhistorische, translationswissenschaftliche, literatur- und sprachwissenschaftliche Studien zusammengeführt, die die Vielfältigkeit der kreativen Anpassungsprozesse literarischer Übersetzung der spanisch- und französischsprachigen Literaturen dokumentieren und analysieren. Die Arbeit mit durch die Sprache vorgegebenen Strukturen spielt dabei eine ebenso große Rolle wie kulturelle und historische Rahmenbedingungen. Im performativen Akt der Übersetzung interagiert die Genderdimension jeweils mit sehr unterschiedlichen anderen Einflussfaktoren, die immer neu auf die kulturelle Gebundenheit von Genderkonstruktionen und Geschlechterbezügen verweisen.

 

 

 

 

 


Peter Bubmann/Anne-Lore Mauer/Silvia Jühne (Hgg.), Trauung, Segnung, Hochzeitsfeier? Dokumentation zum Studientag zur liturgischen Begleitung von Lebenspartnerschaften in der ELKB, Erlangen 2017, als pdf im Selbstverlag.

Das vollständige Dokument können Sie hier konsultieren.